Daß die NPD gerade am 8. Mai zu einer öffentlichen Veranstaltung aufruft, hat die "politisch korrekten" Meinungsmacher sichtlich getroffen. Seit der unsäglichen Weizsäcker-Rede von 1985 gilt es nämlich auch im Westen unseres Landes als schick, sich zu den "Befreiten" zu zählen.

Der Stich ins Wespennest gelang. Vielen der vor der Tür anwesenden Protestierer hätte es nicht schaden können, wenn sie sich im Saal platziert hätten, um den fundierten Vortrag des Historikers Dr. Olaf Rose zu hören. Dann hätten wahrscheinlich auch sie begriffen, daß die momentan so laut kritisierte US-Militärpolitik bereits seit 1945 eine Konstante ist. Wer Vietnam, Afghanistan und Irak beweint, muß auch Deutschland beweinen. Wer Guantanamo und Abu Ghraib verteufelt, muß auch die Prozesse von Dachau (Malmedy-Prozess) und Nürnberg verteufeln. Unsere Stiefellecker-Rolle in der US-amerikanischen Weltbeherrschungsstrategie ist erst möglich geworden, weil mit der Zäsur von 1945 auch der Anstand und der Charakter aus der deutschen Politik verschwunden sind.

Vor etwa 100 Zuhörern im kleinen Saal im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt erinnerte zu Beginn der Veranstaltung der NPD-Landesvorsitzende Eckart Bräuniger an die unzähligen militärischen und zivilen Toten unseres Volkes. Ihnen ein ehrenvolles Gedenken zu verweigern ist ein Vergehen an den Menschen dieses Landes und ein Vergehen an unserer Geschichte. Der 8. Mai bezeichnet das vorläufige Ende der deutschen Souveränität. Nie standen aber die Zeichen besser als heute, aus dieser Lage auszubrechen. Der deutsche Mensch regt sich und eine politische Bewegung formiert sich, die ihm Stimme und Gestalt geben wird.
Eindrücke "von außen"
Unter dem Motto Gestern eine Niederlage. Heute eine Chance. Morgen ein Sieg. lud die NPD zu einer öffentlichen Saalveranstaltung im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt ein. Der Historiker Dr. Olaf Rose hatte vor einigen Nationalisten zum Thema Über Galgen wächst kein Gras - Us Folterjustiz von Malmedy bis Abu Ghraib referiert.
Die Gegenseite sah sich deshalb veranlasst, am 5. Mai einige Flugblätter im Neuköllner Plattenbaugebiet Gropiusstadt zu verteilen, um die Bevölkerung darauf aufmerksam zu machen und zu einer Gegenveranstaltung aufzurufen. Doch wie heute festzustellen war, hat die hoch gelobte Aktion nicht viel gebracht. Einige Passanten, die gegen 17.00 von der U-Bahn Station Lipschitzallee nach Hause gingen, waren eher verwundert, dass der Vorplatz abgesperrt war und die Polizeipräsenz so hoch war, wie man Sie wohl auch gerne an anderen Tagen in diesem Stadtteil hätte. Vor allem ältere Anwohner äußerten sich teilweise positiv über das Erscheinen der NPD. Im Großen und Ganzen konnte also, trotz der Verteilaktion, kaum ortsansässige Bevölkerung mobilisiert werden, handelte es sich beim Großteil der knapp über 100 Teilnehmer doch eher um die üblichen antifaschistischen Gestalten. Die Gropiusstädter zogen es vor, lieber das Geschehen von außen zu betrachten. Selbst die Bewohner nicht-europäischer Herkunft wollten sich nicht in die Veranstaltung einreihen.
Die Kundgebung, die zu 17.00 angemeldet war, fing dann eine halbe Stunde später an, da der Platz zur angemeldeten Zeit noch recht spärlich belebt war. Als der Veranstalter dann die Kundgebung eröffnet hat, war er erstmal darüber mokiert, dass die Polizei im Vorfeld 3 Personen in Gewahrsam genommen hatte, woraufhin sich die Gruppe veranlasst sah Haut ab, haut ab! der Polizei zu zurufen. Bereits am Vormittag soll es schon zu einigen Festnahmen gekommen sein.
Der erste Redebeitrag war von der DKP mit den üblichen Themen Kapitalismus und Faschismus als Wurzel aller Übel. Der zweite Redebeitrag von VVN-BdA thematisierte das 3. Reich und den vermeintlichen Faschismus von heute. Beim dritten Beitrag schließlich ging es um die Wahlen von 2006 und dem Einzug der NPD in den Bezirken Neukölln, Treptow-Köpenick, Lichtenberg (mit Hohenschönhausen) und Marzahn-Hellersdorf, sowie um die Kommunalpolitik und das Personal der Partei. Die letzen beiden Redebeiträge waren allerdings kaum zu vernehmen, da die Kirche sehr aktiv und lautstark ihre Glocke geläutet hatte. Vermutlich in der Absicht, gegen die NPD-Veranstaltung zu protestieren, wurde letztendlich eher die Gegenveranstaltung akustisch gestört. Ohnehin waren die Redebeiträge so langweilig, dass sich der höfliche Beifall der eigenen Anhänger doch sehr in Grenzen hielt. In der Hoffnung, die Stimmung etwas zu heben, hat man zumindest zwischendurch Punkrock gespielt.
Gegen 18.15 wurde zu einer Spontandemonstration zum U-Bahnhof Rudow aufgerufen. Etwa eine halbe Stunde später setzte sich der Zug mit den knapp über 100 Teilnehmern, von denen einige nicht auf ihre Alkoholration verzichten konnten, in Bewegung. Einige Jugendliche, die sich zufällig in die Kundgebung verirrt hatten, die aber vermutlich eher auf der Suche nach Abenteuer waren, sind dort mitgegangen, was Sie wohl auch getan hätten, wenn ein Karnevalszug oder eine Zirkusparade stattgefunden hätte. Kurz nach dem Start zog der Veranstalter die Aufmerksamkeit auf zwei Nationalisten, die am Straßenrand vorbei gegangen sind. Einige aggressive Teilnehmer, die in ihrer undisziplinierten Art und Weise den Zug verlassen hatten, mussten von der Polizei wieder zurück verwiesen werden. Zu einem weiteren Zwischenfall kam es, als einige Jugendliche vom Straßenrand aus, die Teilnehmer des Zuges fotografierten – eine Praxis, die bei nationalen Demonstrationen von der Gegenseite nicht gerade als unüblich empfunden wird. Einige Teilnehmer mussten ebenfalls von der Polizei verwiesen werden, als Sie versucht hatten, die Jugendlichen anzugreifen. Kurz vor dem Ziel in Rudow wurde die Polizei vom Redner in gewohnter Manier beschimpft, weil Sie angeblich die Teilnehmer daran gehindert hatte, NPD-Aufkleber abzureißen. Tatsächlich wurden die Demonstranten daran gehindert, ihre eigenen Aufkleber überall anzubringen. Insgesamt wurde die Demonstration von den üblichen Antifa Parolen und Musik, bei der man sich über Geschmack streiten kann, begleitet.
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